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Seilpflege

 

Nach jedem Gebrauch wird jedes Seil vor dem zusammenlegen entstresst. Dazu nimmt man ein Ende in die Hand und zieht das gesamt Seil bis zum anderen Ende durch die Hand. Dabei kann man gleich Unregelmäßigkeiten im Seil erspüren und sie genauer untersuchen. Diese Prozedur wird 2-3 mal wiederholt, dann sollte sich das Seil komplett entdreht haben und es kann für den nächsten Einsatz zusammengelegt werden. Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass sich die Seile beim Fesseln weniger vertüdeln. Probier's mal aus.

 

Wir reinigen unsere Seile von oberflächlichem Schmutz/Staub, indem wir sie durch ein mit Seifenwasser (Spülmittel) angefeuchtetes Mikrofasertuch ziehen. Nach jedem Durchgang waschen wir das Tuch gründlich aus. Diese Prozedur wiederholen wir, bis sich kein sichtbarer Schmutz mehr im Mikrofasertuch sammelt.

Anschließend legen wir die feuchten Seile als losen Haufen zum Trocknen bei Zimmertemperatur für 8 bis 10 Stunden auf ein Handtuch.

 

Stark verschmutzte Seile (z.B. nach einem "Außeneinsatz") reinigen wir in der Waschmaschine. Die Seile werden einzeln in Wäschesäckchen verstaut und bei 40° C mit sparsam dosierten Bio-Waschmittel ohne Bleichmittel gewaschen, aber nicht geschleudeert. Dies gilt nur für die Hanfseile. Die Juteseile werden vorsichtig per Hand gewaschen. Jeder Waschvorgang beschädigt die Seile, aus unserer Sicht, unnötig und reduziert die Bruchlast.

Da die Seile durch und durch nass werden, müssen sie zum Trocknen gespannt werden (um ein „Einlaufen“ zu vermeiden). Der Trockenvorgang dauert in diesem Fall bei Zimmertemperatur drei  bis sechsTage. Die Seile müssen während des Trocknens regelmäßig nachgespannt werden.

 

Die getrockneten Seile ziehen wir zwei Mal durch ein mit Babyöl getränktes Stück Baumwollstoff, legen sie 10 bis 12 Stunden zum Einziehen beiseite und ziehen sie danach 2 Mal durch ein sauberes Stück Baumwollstoff, um nicht eingezogenes Öl zu entfernen.

Wir verwenden rein synthetisches Babyöl. Öle mit pflanzlichen Bestandteilen werden ranzig, die Seile fangen an zu stinken und evtl. sogar an zu schimmeln.

 

Falls Seile besondere hygienische Ansprüche erfüllen müssen (z.B. für den direkten ungeschützten Einsatz im Genitalbereich) reinigen wir sie zusätzlich vor dem Einölen, indem wir Sie mehrmals durch ein Sagrotan-Tuch ziehen.

Für diesen besonderen Einsatzzweck verwenden wir spezielle Seile. Sie sind gekennzeichnet, einzeln verpackt, kommen sonst nicht zum Einsatz und erhalten nach jedem Gebrauch ihre Sagrotan-Kur.

 

Nach ca. einem halben Jahr (je nach Zustand der Seile) kürzen wir unsere Seile um ca. 15 cm. Dadurch „verschiebt“ sich die, bei japanischer Seil-Bondage, stark belastete Mitte des Seils. Auf diese Weise kann die „Lebenserwartung“ des Seils deutlich verlängert werden.

 

 

 

Seile waschen mal anders

Am Wochenende haben wir in einer Scheune gefesselt, in der es staubig, schmutzig und auch noch heiß war. Die Juteseile nahmen ordentlich Dreck und Schweiss auf und es war klar, dass wir sie waschen mussten.

Auf der BoundCon haben wir einen interessanten Tipp bekommen, den wir gleich mal ausprobiert haben: Wir haben die Seile in der Spülmaschine gewaschen. Ohne Waschmittel und vor allem ohne Salz im Topfprogramm auf 70 Grad. Zum Glück hatte meine Spülmaschine noch nie Salz im Behälter, weil ich immer Komplett-Tabs benutze.

Es hat ganz fantastisch funktioniert. Dadurch, dass die Seile nicht im Wasser schwammen, sondern nur gespült wurden, waren sie nicht so nass und vor allem haben sie sich nicht ver- bzw. aufgedreht. Sie lagen noch so da, wie wir sie reingelegt haben. Einziger "Nachteil": Die Spülmaschine riecht immer noch ein wenig nach Juteseilen. Das legt sich aber nach dem zweiten Spülgang.


Fazit: Zur Nachahmung empfohlen.