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Jute-Seile

Jute-Seile werden bei uns eindeutig vom männlichen Part bevorzugt.

 Und das, obwohl sie im Vergleich zu gleich dicken Hanf-Seilen deutlich leichter sind. Dem entsprechend sind sie nach unserer Wahrnehmung beim Fesseln eindeutig "schneller".

 Allerdings haben Jute-Seile, im Vergleich zu Hanf-Seilen, eine deutlich geringere Bruchlast.

In unseren Augen können sie auf nicht gerade zierlichen Körpern schnell verloren aussehen, wie dünne Kordeln.

 Besonders gefällt uns, dass Jute-Seile nach dem Fesseln diese wunderschönen klassischen Rope-Marks hinterlassen.

 

 

Gekaufte Seil-Sets:

 

Sehr positive Erfahrungen haben wir mit den Seilen von she-bari gemacht.

7 Seile á 8 Meter in einer kleinen Tasche

Sie sind qualitativ sehr hochwertig (fest gedreht, keine Reparaturknoten in den einzelnen Kardelen, keine Fremdkörper/Verunreinigungen im Seil) und sehr schön vorbereitet (sehr gut "abgeflämmt", schön gleichmäßig geölt).

 

 

 

 

Eigene Seil-Sets:

 

Basis für unsere eigenen Jute-Seil-Sets sind 80 m lange und ca. 5 mm starke Trossen (Eigenimport aus der Schweiz). Die Trossen aus der Seilerei Kislig sind einfach Klasse. Sie werden auf sehr alten Maschinen quasi noch von Hand hergestellt. Der Seiler kennt den Verwendungszweck und ist bei der Verarbeitung entsprechend sorgfältig.

Aus einer Trosse lassen sich, mit etwas Mühe und Geschick, Schritt für Schritt sehr schöne maßgeschneiderte Bondage-Seile herstellen:

 

Schritt 1:              Zuschneiden

 

Von der Trosse Seile in der gewünschten Länge (bei mir 8 m) abschneiden und die neuen Seilenden sofort mit einem einfachen Überhandknoten gegen Aufspleißen sichern.

Da ich meine Seile grundsätzlich nicht in der Waschmaschine wasche und schon gar nicht koche, brauche ich mir in diesem Schritt keine Gedanken um irgendwelche Längenzugaben für eine mögliche Schrumpfung zu machen.


 

 

Schritt 2:              Abflämmen

Als „Hitzequelle“ benutze ich einen kleinen handelsüblichen gasbetriebenen Campingkocher.

Zum Abflämmen ziehe ich die zugeschnittenen Seile langsam durch die Flammen des Kochers

(1 Mal hin und 1 Mal wieder zurück) sodass die kleinen borstigen „Häärchen“, die rundherum aus

dem Seil stehen, in Flammen aufgehen und bis zum Seil abbrennen.

 

Bei diesem Arbeitsschritt verändert sich die Farbe des Seils; es wird dunkler. Die Jute erhält ihren schönen Karamell-Farbton. Auch wenn der zu diesem Zeitpunkt noch teilweise unter dem Ruß der abgekokelten Häärchen versteckt ist.

 

Schritt 3:              Reinigen

 

Ich befreie die Seile von Ruß und oberflächlichem Schmutz/Staub, indem ich sie durch ein mit Seifenwasser angefeuchtetes Mikrofasertuch ziehe. Nach jedem Durchgang wasche ich das Tuch gründlich aus.

Insgesamt wiederhole ich diese Prozedur vier Mal.

 

Schritt 4:              Trocken

 

Ich lege die feuchten Seile als losen Haufen bei Zimmertemperatur auf ein Handtuch.

Nach 8 bis 10 Stunden sind die Seile wieder trocken und können weiter bearbeitet werden.

 

Schritt 5:              Wiederholung

 

Ich wiederhole die Schritte 2 bis 4 solange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Gradmesser meiner Zufriedenheit ist die Anzahl und die Länge übrig gebliebener borstiger Häärchen (vollständig verschwinden sie erst durch den regelmäßigen Gebrauch der Seile).

In der Regel sind dazu 1 bis 2 Wiederholungen erforderlich.


 

Schritt 6:              Einölen

Der letzt Schritt ist das Einölen der getrockneten Seile. Wir verwende dazu rein synthetisches Babyöl.  

Ich ziehe die Seile zwei Mal durch ein mit Babyöl getränktes Stück Baumwollstoff, lege sie 10 bis 12 Stunden zum Einziehen beiseite und ziehe sie danach zwei Mal durch eine sauberes Stück Baumwollstoff um nicht eingezogenes Öl zu entfernen.

Sollten mir die Seile danach nicht „geschmeidig“ genug sein, wiederhole ich Schritt 6 noch einmal.

 

Achtung: Durch das Einölen werden die neuen Jute-Seile geschmeidig (d.h. sie gleiten besser durch die Hände), jedoch nicht glatt. Neue Jute-Seile sind immer etwas rauh und kratzig. Diese Eigenschaften verlieren sie erst durch regelmäßigen Gebrauch.           

 

Fazit:

Die Frage, ob sich der Aufwand unterm Strich (finanziell) wirklich lohnt, ist schwer zu beantworten. Entscheidend ist meiner Meinung nach, der eigene „Seil-Verschleiß“, also die Menge der benötigten Seil-Sets. Ein Seil-Set hält bei mir ca. 1 Jahr. Ich habe immer 2 Sets im Einsatz.

 

Für mich persönlich ist die Antwort auf diese Frage völlig unerheblich. Mir macht es einfach sehr viel Spaß  meine Bondage-Seile selber anzufertigen. Die Entstehung der Seile zu begleiten, sie selber auf ihre eigentliche Bestimmung vorzubereiten, gibt mir eine ähnlich tiefe innere Befriedigung wie das Anlegen einer Bondage.