Info@ropeseal.de

Model Training mit Gorgone – 10.10.2015

 

Im Frühjahr  las ich auf fetlife, dass das Bondage Model Gorgone nach Berlin zieht. Oha, dachte ich mir, das ist doch mal eine Gelegenheit. Berlin ist nicht weit und ich wollte immer schon mal  gerne einen Bunny Workshop mitmachen. Also fragte ich ein paar Freunde, ob sie  ebenfalls mitmachen wollten und schon hatten wir eine kleine Gruppe zusammen, die sich die Kosten für diesen Workshop teilen konnten. Die Fahrt von Berlin nach Hamburg kann man günstig bekommen, wenn man rechtzeitig bucht und so konnten  wir im Oktober 2015 Gorgone in Hamburg begrüßen.

 

Wem der Name nichts sagt: Sie ist ein Bondage Model und trotz ihrer jungen 23 Jahre bereits sehr erfahren, da sie, glaube ich, das einzige professionelle Seilmodell ist, das tatsächlich damit Geld zum Leben verdienen kann. Sie fing mit 18 Jahren an und hat mit sehr vielen namhaften Riggern zusammen gearbeitet. Sogar  in Japan, z.B. mit Naka Akira. Sie ist das erste europäische Model, das mit dem japanischen Bondage-Starfotografen Sugiura Norio  arbeiten durfte.

 

Da Gorgone Französin ist, wir aber leider zu wenig  französisch verstehen, hielt sie den gesamten Workshop auf englisch. Manchmal fehlt mir ja so ein wenig Fachvokabular, aber mit ein paar Umschreibungen haben wir es immer hingekriegt.

 

Am Anfang ging es um Kommunikation mit dem Rigger. Gorgone stellte die Wichtigkeit heraus, dass das Model mit dem Rigger kommunizieren MUSS, denn nur das Model kann wissen, was gerade in seinem Körper abgeht. Niemand sonst kann das wissen und die Gefahr von Verletzungen ist wesentlich größer, wenn das Model nichts sagen mag oder glaubt, der Rigger könne ihr alles von den Augen ablesen. Das Gleiche gilt für Models, die sich gerne in den Subspace verpieseln. Die Verantwortung für die Gesundheit liegt zu einem ganz entscheidenden Teil beim Model. Vor allem bei Bondagepartnern, die sich nicht oder wenig kennen, sollten sich beide Partner über diesen Punkt im Klaren sein, sprich: das sollte zu jedem Vorgespräch gehören.

Auch wenn das Model bereits sehr erfahren ist, sollte es seine eigenen Signale oder Besonderheiten erwähnen. Bei Gorgone z.B. werden die Hände nach einiger Zeit so taub, dass sie sie nicht mehr bewegen kann. Das wäre für jeden verantwortungsvollen Rigger ein sicheres Zeichen zum Abbruch. Bei ihr ist das aber „normal“ und es hat ihr bislang nicht geschadet. Sobald der Druck beim abfesseln nachlässt, ist alles wieder gut.  Für mich ist das ja eine gruselige Vorstellung und ich würde es nie soweit kommen lassen, aber das ist eben eine Besonderheit dieses Models.

Ist man bereits ein eingespieltes Team, kann man sich über verschiedene Zeichen verständigen.

 

Weiterhin ging es um die Vorbereitung auf eine Rope Session. Grundsätzlich ist eine Grundfitness natürlich von Vorteil. Gorgone arbeitet vor allem bei Suspensions viel mit Körperspannung, aber dazu später mehr. Sie zeigte uns Dehnübungen für die Schultern, aber auch eine andere Methode, wie man die Arme hinter den Körper bringt, um so evtl. den Radialisnerv zu schonen. Das muss ich erstmal ausprobieren, denn das klappt natürlich nicht bei jedem Menschen. Da mir aber schnell die Finger kribbeln, werde ich mal schauen, ob es mit dieser Methode besser klappt.  Es soll vor allem für Menschen mit sehr flexiblen Schultern hilfreich sein.

 

Außerdem zeigte sie uns, wie man vorher (also am Boden und ohne Fesseln) austesten kann, ob jemand in der Lage ist, die Verdrehungen, die bei Naka-style Fesseln so gerne verlangt werden, überhaupt machen kann. Ist man im Taillen-/Hüftbereich relativ steif, was häufig vorkommt, kann man diese schraubenartigen Figuren nicht ausführen und es wird umso schmerzhafter.

 

Um sich für Seilbondage fit zu halten empfiehlt sie tägliches Yoga. Da reicht bereits eine Viertelstunde. Es war allerdings nicht vom meditativen Yoga die Rede, sondern von Power Yoga oder Vinyasa Yoga.

 

Ein wichtiger Punkt war natürlich, wie man mit der Belastung in einer Suspension umgeht und wie man mit schwierigen Positionen besser klarkommen kann. Hier konnten gezielt Probleme angesprochen werden, es gab aber auch allgemeingültige Tipps.

 

Gorgone hat eine Methode entwickelt, dass sie vorher, also bevor es in die Luft geht,  testen kann, was gut geht und was nicht. Sobald ein Hängeseil befestigt ist (ist ja meistens am TK), belastet sie den TK schon und versucht mit kleinen Bewegungen auszuprobieren, wie sie sich selbst entlasten kann. Ist es angenehmer mehr Druck auf dem oberen oder auf dem unteren Seil zu haben? Ist eine Armseite belastbarer als die andere? Ist man jetzt nicht gerade in einer Performance, kann man dem Rigger nun eine Rückmeldung geben, ob nochmal etwas nachgebessert werden muss, eine Lage etwas höher oder tiefer liegen sollte oder nur noch einmal eine Lage entstresst werden sollte. Das Schöne ist, dass dieses Austesten auch noch so aussieht, als würde das Model leiden oder sich wehren. ;-)

Sie stellte heraus, dass es wichtig sei, die Belastung und Körperspannung rechtzeitig aufzubauen. Ist man erstmal in der Hängefessel drin, benötigt man viel mehr Kraft, um eine andere Position einzunehmen. Es ist schwierig, das hier zu beschreiben. Es gezeigt zu bekommen, macht es einfacher zu verstehen, was sie damit meinte.

 

Diejenigen, die gerade in face-down Suspensions Probleme mit der Atmung haben, sollten darauf achten, dass die untere Seillage des TK möglichst hoch sitzt, so dass sie auf dem Brustbein liegt. Gerade bei Frauen mit großen Brüsten ist die Gefahr groß, dass die Seillage eher darunter landet und dann schränkt das massiv die Atmung ein, weil die Rippen zusammen gedrückt werden. Mir gab sie den Tipp, den Kopf nicht so hängen zu lassen, da das die Atmung eher erschwert. Ein waagerechter Kopf atmet leichter. Wenn es schwierig wird und man sich langsam vor Anstrengung verkrampt, sollte man versuchen, sich zu entspannen. Das ist natürlich leicht gesagt. Wenn man aber daran denkt, die Zunge zu entspannen, hat man oft den Oberkörper automatisch mit entspannt. Ich habe es ausprobiert und es funktionierte ganz wunderbar.

 

Gorgone hat uns noch Übungen für wechselseitige Anspannung und Entspannung der Muskeln gezeigt, die man auch gut in einer Suspension anwenden kann, um sich kurzzeitig zu entlasten. Das Turnen im Seil ist zwar oft nicht gewünscht, kann aber  zur kurzen Entlastung gut tun, um anschließend in Ruhe und ohne Stress für den Körper weiterzumachen.

 

Auch zum Hängen im Futomomo oder an einem Bein gab es noch Tipps zur Entlastung. Leider hatte sie kein Mittel gegen meine sehr empfindlichen Schienenbeine. Lediglich das Hängen an einem Fuß, das meine bislang unerreichte Königsdisziplin ist (wenn man mal von dem Versuch im Schischuh absieht),  will ich demnächst nochmal ausprobieren.

 

Bei so vielen Tipps für die Models gab es natürlich auch noch Tipps für die Rigger, die sowieso die ganze Zeit beim Workshop dabei waren. Schließlich sind wir Models auch immer bei den Rigger Workshops dabei. ;-)

 

Beim Anlegen eines TK drücken viele Rigger gerne mal die Ellenbogen des gefesselten Partners zusammen. Das kann unangenehm bis schmerzhaft sein. Leichter wird es, wenn er an den Händen vorsichtig  zieht. Das ist komischerweise viel angenehmer.

Beim Abfesseln eines TK’s kann es schon mal sehr schmerzhaft sein, wenn der Rigger die Arme des Models wieder nach vorne bringt, egal ob er das schnell oder langsam tut. Biegt der Rigger aber erstmal die Schultern des Partners nach hinten und bringt dann die Arme nach vorne, geht es ganz leicht und schmerzlos. Gerade wenn man lange in einem TK war, kann das um einiges angenehmer sein.

 

Insgesamt war es ein sehr hilfreicher Workshop. Wenn ich auch vieles bereits wusste oder mit bekannt war, so kann ich doch sagen, dass da einige sehr wertvolle Tipps dabei waren. Ich kann plötzlich face-down Suspensions, die länger als 3-4 Minuten dauern und ich habe nicht nur keine Schmerzen,  ich kann sogar dabei sprechen und  es macht auch noch Spaß.

 

Es gab viel Theorie, aber auch einen Praxisteil, in dem sie uns zeigte, was sie meinte und wir es auch nachmachten, damit sie eventuell korrigieren konnte.

 

Mir hat es nochmal einen neuen Impuls gegeben, im Seil aktiver zu sein. Da muss ich in nächster Zeit ausprobieren, was geht und was nicht geht. Im Workshop selbst habe ich bei dem geglückten Versuch mich aus einer face-down in eine face-up Suspension zu bringen, mich mit dem Fuß in eine blöde Lage gebracht, aus der ich selbst nicht mehr herauskam, so dass sofort abgefesselt werden musste. Nun weiss ich das und das passiert mir garantiert nicht nochmal. Ich kann jetzt neu versuchen, meinen Weg zu gehen. Das erfordert nochmal wieder eine Zeitlang Training, aber das ist es mir wert.

 

Darüber hinaus haben wir noch viel gequatscht und sie hat ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, was natürlich sehr interessant ist, wenn man mit fast allen namhaften internationalen Riggern zusammengearbeitet hat. Sehr angenehm war, dass sie niemals schlecht über jemanden gesprochen hat, auch wenn sie von Pannen berichtet hat. Sowas kommt eben auch bei den ganz Großen vor, dafür sind wir alle nur Menschen.


Tenyo

 

 

Sound of SEILence 2014

 

Die internationale Bondagewoche „Sound of SEILence“ geht Anfang Juli 2014 in die zweite Runde. Den Zusatz „international“ beschert uns unsere liebe schweizer Freundin. Die übrigen zehn Teilnehmer kommen alle aus Deutschland, die meisten aus Norddeutschland, aber auch einige aus Süddeutschland. Wie im letzten Jahr werden sie die lange Fahrt nach Sachsen-Anhalt in dieses besondere Haus der ganz speziellen Art nicht bereuen.

 

Das KuK-Haus ist ein großer Spielplatz für Erwachsene. Ein Gutshaus, gut 100 Jahre alt, in renovierungsbedürftigem Zustand. Gekauft von einem Verein, laufend umgebaut und renoviert, vorwiegend in Eigenarbeit, dürfen hier BDSM’ler sich ihre Träume erfüllen und leben. Die Nachbarn sind weit weg, der riesige Garten uneinsehbar und darüber hinaus gibt es eine große Halle mit 3 Gefängniszellen und diversen Spielgeräten, in der man sich austoben kann.

In unserer Woche geht es aber fast ausschließlich um Seile. Die Mannschaft vom letzten Jahr ist wieder komplett dabei und dieses Mal vier neue Personen, wobei eine davon erst später anreisen kann.

 

Erst einmal angekommen, wird der Zustand des Hauses in Augenschein genommen. Es hat sich wieder so einiges getan, so langsam wird es richtig gut. Jemand hat die Bühne in der Halle wunderschön gestaltet, sogar mit Lichtdesign. Wir sind alle begeistert, staunen und lassen uns schon vorfreudig diverse Szenarien durch den Kopf gehen. Auch wir werden ein wenig in Haus und Garten arbeiten, denn zu tun gibt es in dem alten Kasten immer was.

 

Die Wochenaufgabe lautet dieses Jahr ein Spinnennetz zu fesseln, das mehrere humane „Beutestücke“ trägt. Ich dachte eigentlich an ein Netz im Garten, doch das Wetter ist zu unbeständig und so wird beschlossen, es auf dem großen Dachboden aufzubauen. Die Männer gehen mit Feuereifer an die Arbeit und innerhalb von wenigen Stunden ist es fertig und es hängen tatsächlich 3 Grazien darin. Ein sensationelles Bild. Am nächsten Tag wird das Netz noch weiter verstärkt, so dass man sogar darin klettern kann. Wir lassen es bis zum Ende der Woche hängen, damit es täglich von den Teilnehmern genutzt werden kann. Am Ende hing fast jeder mindestens einmal darin. Ein Riesenspaß.

 

Gefesselt wird einfach überall. Bevorzugt auf dem Dachboden, im Garten und auf der schönen Bühne, die so viele Möglichkeiten bietet. Bodennummern oder Suspensions, alleine, zu zweit oder mit vielen Personen, angezogen oder nackt – ganz egal, die Seile fliegen und der Alltag wird vergessen. Naja, zumindest fast, denn einige Interessierte möchten unbedingt die Spiele der Deutschen Nationalelf bei der WM sehen. Da es im KuK-Haus keinen Fernseher gibt, wird per Livestream auf dem Laptop geschaut. Einer hat ein paar Sekunden Vorsprung und so darf bei uns in Etappen gejubelt werden.

 

Die Gruppe harmoniert sehr gut, man ist fröhlich und ausgelassen. Jeder darf tun und lassen, was er möchte. Gerne fragt man andere Teilnehmer, ob man dieses oder jenes zusammen machen möchte und so werden viele Pläne geschmiedet und das meiste davon umgesetzt. Ein weiteres Highlight dieser Woche sind die Paarshootings. Die Atmosphäre ist so entspannt, dass sich jedes Paar in einer Pose mit oder ohne Seile nackt fotografieren lässt. Diese Freizügigkeit erstaunt mich. Ich schiebe es gerne aufs Haus. Dieses Haus verändert einen, es lässt den Kopf frei werden, es sprengt die eigenen (gesellschaftlichen) Fesseln und man bekommt den Raum sich zu öffnen. Wunderbar.

 

Im Garten finden wir eine recht neue, aber sehr verschmutzte Badewanne, die uns sofort zu blödsinnigen Ideen anregt. So entstand die Büttenwarder-Perversen-Serie, wie wir nackt in Gummistiefeln den Rasen mähen und anschließend Sekt schlürfend in der Wanne im Garten sitzen. Überhaupt wird viel gelacht und gekichert, aber es gibt auch sehr sinnliche Szenen: 2 Frauen fesseln miteinander auf der Bühne. Durch die offene Tür fliegt ein Schmetterling herein, steuert direkt auf die beiden zu, fliegt einmal über ihren Köpfen eine Runde und sucht dann wieder den Ausgang ins Freie. Ein magischer Moment.

 

Am letzten Tag werden alle ein wenig hektisch. So viele Ideen wollen noch umgesetzt werden, einige Fotos noch geschossen werden. Die Seile glühen heute fast. Auf dem Dachboden wird Gangbangfesseln gemacht, d.h. es werden 3 Rigger benötigt, um eine Dame kopfüber ins Spinnennetz zu fesseln. Die Mühe hat sich gelohnt. Es sah sensationell aus. Danach wird das Netz abgebaut. Es hat inzwischen ordentlich gelitten. Am Anfang war es noch sehr straff, inzwischen schlabbern die Seile etwas, so dass man hin und her schwankt, wenn man darin hängt.

 

Es war eine fantastische Woche voller Spaß, Freiheit und Inspiration. Die Gruppe ist einmalig. Das gemeinsame Essen, Fesseln, Küchen- oder Gartenarbeiten, das Sitzen am Lagerfeuer, Fotoshootings, intensive Gespräche – Leute, es war einfach toll mit euch. Wir haben zusammen funktioniert, ohne große Absprachen, jeder hat sich eingebracht. Danke, danke, danke dafür.

 

          

           

 

BoundCon XI

 

Die BoundCon 11, die für mich die vierte war, begann unter schlechten Vorzeichen. Ich hatte eine fette Erkältung mit Halsschmerzen und Schnupfen, die gerade erst begonnen hatte. Ich konnte meine Hoffnung, dass das in den nächsten Tagen besser wird, gleich begraben.

 

Erst einmal die Fakten: Die BC fand vom 23.-25.5.14 in München statt. Auf ca. 5.000 qm boten knapp 80 Aussteller Waren oder Informationen an. Natürlich gab es die üblichen Spielzeuge sowie Schmuck, Latex, Fetischkleidung, Seile, Zubehör, Bondage-Bilder, Videos und vieles mehr.

An mehreren Ständen gab es Dreibeine, die nach Absprache zum Fesseln genutzt werden konnten. Außer der Hauptbühne für die ganz Großen gab es wieder die kleine Bühne, bei der sich jeder, der wollte eintragen konnte, um dort seine eigene Performance zu zeigen. Eine weitere Bühne hatten dieses Jahr die russischen Fessler für sich und natürlich durfte die Escape-Contest-Bühne auch nicht fehlen.

 

Es gab also reichlich zu schauen und es war gar nicht möglich, alles zu sehen und nichts zu verpassen.

 

Für Munewari und mich ist die BoundCon inzwischen eine Art Familientreffen. Man sieht sich endlich mal wieder und kann die ganze Zeit über unser aller Lieblingsthema quatschen. Nur dass mir das dieses Jahr durch die Erkältung so richtig verleidet wurde. Je später es wurde, umso weniger Stimme hatte ich, was total blöd war, denn ich hätte gerne mit einen paar neuen Bekanntschaften mehr geredet – war aber einfach nicht drin. So, genug gejammert, weiter im Text.

 

Die Schweizer Seilschaften hatten dieses Jahr einen Gemeinschaftsstand mit Q-Shibari. Dort waren gleich 2 Hängepunkte, darunter Tatami-Matten, damit die Bunnies es auch schön gemütlich hatten. Am Samstag standen die Fessler Schlange, um einen der Points zu ergattern und ihre Holde kunstvoll einzupacken.

Auf der Russen-Bühne war auch fast immer was los und auf der kleinen Bühne sowieso. Ach ja, am Stand von Ropemarks stand ein weiteres Dreibein, das oft genutzt wurde. Es gab sooo viel zu sehen, dass ich mich gerne vervielfältigt hätte.

 

Auf der Hauptbühne eröffneten am Freitag Vlada und Falco die Shows. Leider habe ich die Perfo nicht gesehen. Ich sah die beiden am Samstag auf der kleinen Bühne und kam aus dem Staunen nicht heraus. Sowas hatte ich bislang nicht für menschenmöglich gehalten. Falco war nackt und wurde von Vlada (eine Frau) gefesselt. Er bekam Bunnyohren verpasst, an denen es anschließend in eine Suspension ging. Es war das einzige Hängeseil, so dass sein ganzes Gewicht an den Schultern hing. Mir wär ja alles ausgekugelt und das nächste Krankenhaus sicher. Aber ihm wurden noch die Beine über Kreuz hochgefesselt. Ich habe leider nur ein grottenschlechtes Handyfoto. Mal schauen, ob ich das hochgeladen bekomme. Es gab noch Progressionen, die den höchsten Respekt an Falco verdienten. Nach einer knappen halben Stunde gab er aber ein Signal und dann musste sehr schnell abgefesselt werden. Es half noch eine andere Frau, damit es schneller ging, er war wohl am Limit angekommen. Wahnsinn, ich hätte nicht mal die erste Minute überlebt.

 

Aber eigentlich wollte ich von der Hauptbühne weiter erzählen. Als nächstes war Philippe Boxis dran. Ich mochte seine Show nicht und habe sie deshalb nicht zu Ende geschaut. Danach kamen Vinciens und Kenyade, die ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen wollte. Und das war gut so. Es war wieder eine Augenweide Vinciens fesseln zu sehen. Seine Bewegungen sind so präzise und elegant. Kenyade dazu ein passendes pendant. Sie boten eine anspruchsvolle Show, die hohe Anforderungen an Kenyade stellte, was man ihr aber nicht ansah. Alles sah immer sehr spielerisch aus. So soll es sein. Die Musik für die Show war erst kurz vorher von Umino fertig gestellt worden und ich muss sagen – gut gemacht. Es hat wunderbar gepasst.

Den Freitag Abend beendete Ropemarks mit Dutch Dame und einer mit schnellen Rhythmen unterlegten Nummer, die nicht so recht zu den japanischen Outfits passen wollte. Egal, wir sind ja nicht zum Musikcontest da.

 

Am Samstag trat ERU von Berlin Ropes auf. Ihre Partnerin steckte in einem Zentai und wurde auf ungewöhnliche Art gefesselt. Sie hing nachher an den Schultern an einer Stange, die Arme frei. Es gab dann noch Progressionen, so dass das Ganze nachher ein aufwändiges kunstvoll verschnürtes hängendes Seilpaket war. Es war mal was anderes.

Matthias Grimme habe ich dieses Jahr verpasst. Irgendwie hat man den Zeitplan geändert, so dass ich auch den Anfang des Auftritts von Umino und Azooka verpasst habe. Umino hatte wieder eine Geschichte zu erzählen. Ein trauriges Mädchen im Kimono wird von einem Ninja gerettet, in dem es von ihm gefesselt wird. In gewohnt schneller Manier hing sie an einer Bambusstange. Mit diversen Progressionen und SM-Elementen wurde sie wieder glücklich gemacht und zum Schluss andeutungsweise ins Schlafzimmer verschleppt. Eine sehr gelungene Show mit allem was das Zuschauerherz begehrt. Bei allen Passiven sieht das immer alles so einfach aus, was es aber natürlich nicht ist, wie ich hinterher aus den Gesprächen auch bestätigt bekommen habe. Aber es macht allen trotzdem immer viel Spaß und das kann man sehen.

 

Als nächstes war Boris Mosafir aus Russland dran. Ich musste etwas schmunzeln. Einen TK2 machten ja fast alle. Das angelegte 3. Seil kam mir schon bekannt vor und als er dann die Beine fesselte war mir klar: Er hatte ebenfalls einen Workshop bei Naka Akira gemacht und seine Performance fast kopiert. Er setzte in München aber noch einen oben drauf, denn ausser Wachs und Klammern setzte er auch noch Pflastersteine ein. Die wurden dem Bunny, die face-down hing, noch an die Hüfte gebunden. Aua aua, ich wäre wohl durchgebrochen. Das Mädel musste sehr hart im Nehmen sein. Respekt, tolle Show.

 

Tatoo und DLila zeigten eine Nummer mit Zentai und Leuchtseilen, die der wenig anspruchsvollen Fesselei den nötigen Pfiff verliehen.

 

Zum Schluss noch einmal Ropemarks und Dutch Dame. Diesmal als Krankenhauspersonal verkleidet. Er im blutigen Pflegeranzug, sie im Schwesternoutfit mit Beatmungsmaske mit langem Schlauch und Beatmungsbeutel. Trotz schwieriger Performance hatte sie die fast die ganze Zeit auf. Dazu gab es ohrenbetäubende Technomusik. Mir war’s etwas zu viel.

 

So, das war ein Streifzug durch die Shows auf der Hauptbühne. Draussen vor der Halle zogen einige Ponys noch Sulkys durch die Gegend, was für die Fans von Ponyplay besonders schön war.

 

Auf der Escape-Contest-Bühne war auch durchgängig etwas los, aber ich habe selten zugeschaut. Auch wenn es lustig ist, wenn man sieht, wie sich die Passiven winden und verrenken, um aus der Fessel herauszukommen. Sind sie zu zweit endet das Ganze oft in viel Gegacker und mächtig viel Spaß.

 

Mir selbst war es wieder ein großes Vergnügen, die vielen Freunde und Bekannten wieder zu sehen, Neuigkeiten auszutauschen und kommende Projekte oder Besuche zu planen. Auch neue Leute durfte ich kennen lernen. Ich verspreche, nächstes Jahr kann ich auch ein bisschen mehr reden und komme nicht so maulfaul daher.

 

Workshop mit Naka Akira, 20.01. - 24.01.14

 

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Nein, nicht zum Fußball, sondern zum Workshop von Naka Akira. 5 Tage fesseln steht auf dem Programm. Munewari und ich kannten nur einige wenige Bilder von Naka Akira, sonst wussten wir nichts über ihn. Wir wollten uns überraschen lassen.

Der Workshop fand in der Schwelle 7 statt. Los ging’s mit einer Vorstellungsrunde, die bei 30 Personen, also 15 Paaren plus ein paar Ersatzbunnies ziemlich lange dauerte und auch irgendwie ermüdend war. Die Teilnehmer waren seeehr international: Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, Frankreich, Portugal, Italien, Schweden, England, Dänemark, Tschechoslowakei, USA und Kanada. Alle Teilnehmer hatten bereits große Fesselerfahrungen, die meisten verfügten fast ausschließlich über eine Ausbildung im Osada Ryu.

Nach der Vorstellungsrunde ging es endlich los. Zuerst zeigte uns Naka Akira an seinem bezaubernden Model Iroha seinen 2-Seil Takate Kote, der sich deutlich von dem bislang Bekannten unterscheidet. Das betrifft nicht nur die Handhaltung, sondern auch  alles weitere. Die Hände sind bei seinem TK weiter oben und gekreuzt, so dass die Handflächen nach außen zeigen. Naka-san erklärte uns, dass die offenen Handflächen viel von der Kommunikation zeigen, die zwischen Rigger und Model stattfindet. Außerdem ist  diese Haltung wesentlich ästhetischer.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die oberen Sicherungen weggelassen werden und dass jedes Seil zu Ende verbaut wird. Alle anderen Besonderheiten kann man schlecht mit Worten beschreiben.

Dann zeigte uns Naka-san seinen Takate Kote und einigen Verzierungen. Normalerweise verzichtet er auf Verzierungen. Seine Fesselungen sind sehr clean. Er verwendet so wenig Seil wie möglich und achtet vor allem auf ästhetische Positionen des Models.  Er zeigt  und lehrt Semenawa (Folterbondage) in einer sehr reinen Form.

In den nächsten Tagen lernten wir ashi shibari (Beinfesselungen), Ebi shibari, Gyaku ebi shibari, usagi shibari (Bunnyohren), Futomomo zuri, Mata nawa (Pussyfolter), shiri shibari (Hüftfessel), kami shibari (Haare fesseln) und verschieden andere Fesselungen, für die es keinen Namen gibt.
Wir lernten aus allen Positionen einen Zuri (Suspension)  zu machen.
Immer wenn Naka-san versprach, heute mal nur Floorwork zu machen, mussten wir schon herzlich lachen, weil er einfach nicht widerstehen konnte, sein Model dann doch noch in einen Zuri zu bringen.

Wir machten nach, was der Meister uns zeigte und durften von dort aus weitermachen, wenn wir wollten. Der Fantasie wurden keine Grenzen gesetzt. Und so wurden es anstrengende, aber auch sehr anregende Tage.

Interessant fand ich, dass ich zuerst den Naka TK abgelehnt habe, weil ich ihn nicht so gut ertragen konnte. Die Handhaltung ist auch sehr anstrengend, aber die muss man nicht so machen. Es gibt auch andere Armpositionen, die man einnehmen kann. Am 3. Tag fesselten wir also wieder den Osada Steve TK2. Naka-san kritisierte ihn als zu fest, aber für mich saß er wie gewohnt. Es folgten reichlich Suspensions, so dass ich am Abend völlig k.o. ins Bett fiel.

Nach Gesprächen mit den anderen Teilnehmern, versuchten wir erneut den Naka TK. Diesmal aber wesentlich lockerer und siehe da – jetzt war er mit einem Mal total angenehm und die nächsten Suspensions klappten super. Es verrutschte auch nichts. Lediglich in der Rückenlage finde ich den dicken Knoten im Rücken störend. Überhaupt wurde wieder deutlich, dass man nur durch Zuschauen nicht fesseln lernen kann. Ganz entscheidend waren die „Kleinigkeiten“ wie Festigkeit oder die richtige Position der Seile. Wenn man es richtig machte, klappte nämlich alles wunderbar.

 

Für Munewari waren natürlich Naka Akiras Tätowierungen von besonderem Interesse und das stieß auf entsprechendes Gegeninteresse. Schnell waren die beiden im Gespräch über die Hautkunst und sie ließen es sich nicht nehmen, sich in ihrer ganzen Pracht zu zeigen.

                                                      



An den letzten beiden Tagen gab es jeweils eine Fragestunde. Wir durften alles fragen und so gab es Infos über Details im TK, Historie von Naka-san, unterschiedliche Stile, andere japanische Rigger (speziell weibliche), Seile, Arbeit mit Sugiura Norio, Gefühle und Tränen in einer Session u.v.m. So erzählte er zum Beispiel, dass seine Seile alle 7 Meter lang sind. Warum? Weil das das Seilmaß für Pakete war und man Seile (allerdings Kunststoffseile) in dieser Länge zum Päckchenpacken kaufen konnte. Die wurden halt zweckentfremdet, aber das Maß blieb.


Zum Schluss sollten die Teilnehmer noch ein Feedback geben. Alle fühlten sich sehr inspiriert durch diese neue Art zu fesseln, was Naka-san verwunderte, da es sich doch eher um eine alte Technik handelt. Auch wenn die Pausen manchmal etwas zu lang waren und manch einer gerne noch mehr gefesselt hätte, so fühlte sich doch jeder bereichert. Die positive Beurteilung seiner Arbeit rührte Naka-san zu Tränen, was wiederum dazu führte, dass auch alle anderen Pipi in die Augen bekamen.

Am Samstag gab es noch eine Abschlussparty mit einer traumhaften Performance. Die Schwelle 7 war in gedämpftes Licht getaucht, es wurde Experimentalmusik gespielt und die Schreie und Geräusche der Menschen gaben dem Geschehen einen extrem surrealen Touch, dass man sich fast auf einem Drogentrip wähnte.

Es war eine unglaublich intensive Woche. Die vielen Eindrücke müssen in der nächsten Zeit von uns noch intensiv aufgearbeitet werden. Wir haben sehr viele nette Menschen kennen gelernt und einen völlig neuen Blick auf Shibari/Kinbaku erhalten.

 

Bilder vom Workshop findet ihr in der Galerie. Viel Spaß.

 

 

Bakushi City Jam im Catonium

 

Am Freitag, den 7.9.12 fand die 2. Bakushi City Jam statt. Diesmal in Hamburg, praktischerweise anlässlich der SZ-Party.

Es war eine kleine feine Veranstaltung mit 12 Personen, die sich im Catonium trafen, um in der Gotischen und Romanischen Halle fast einen ganzen Tag ausgiebig zu fesseln.
Vor dem Fesseln mussten sich aber erst einmal alle stärken. Schließlich waren auch einige Personen dabei, die eine weite Reise auf sich genommen hatten.


Die romanische Halle wurde kurzerhand in eine Räucherbude verwandelt, dass man meinen könnte, wir hätten direkt die Streckbank in Brand gesetzt. Aber dank offener Fenster und Türen und der guten Lüftungsanlage (volle Pulle!) war die Luft bald wieder rein.

Und das war gut so, denn mit vollem Bauch fesselt es sich besser, jedenfalls gilt das für den aktiven Teil. Und so flogen schnell jede Menge Seile und wer gerade kein Seil in der Hand oder am Oberkörper hatte, der schaute bei den anderen zu. Auch die Fachsimpelei kam nicht zu kurz. Es wurden Varianten des TK3 gezeigt und diskutiert oder neue Fesseleien gezeigt und ausprobiert.

Außerdem nahmen sich 5 Paare vor, am Abend eine Performance zu zeigen und das musste natürlich noch geübt werden.

Gegen 18 Uhr war dann leider Schluss, denn dann begann der Meet & Greet-Teil der SZ-Party. War aber nicht weiter schlimm, denn die Freitags-Veranstaltung war ziemlich schlecht besucht, was für die Shibaristen von großem Vorteil war – die romanische Halle war jedenfalls fest in Rigger-Händen. Schade, dass wir die Performance verpasst haben (verdammter Elbtunnel).

Es war ein schöner, ereignisreicher Tag. Vielen Dank an Gaijin für die Organisation. Beim nächsten Mal sind wir wieder gerne dabei.

 

 

Internationale Bondagewoche im KuK-Haus

              

In der ersten Juliwoche fand die erste internationale Bondagewoche im KuK-Haus am Ende der Welt statt. Kumochan hatte 9 Personen eingeladen, die sich untereinander nur teilweise kannten und die trotzdem eines verband: ein extrem ausgeprägter Fetisch für Hanf und Jute.

 

Sonntag:

Munewari und ich packten also unsere 7 Sachen (gefühlt war es eher ein Umzug) und fuhren gen Osten ins Nirgendwo. Wir waren sehr gespannt, denn wir wussten nicht, wer die Teilnehmer waren und es war ziemlich wahrscheinlich, dass wir niemanden kennen würden. Also ein Experiment, bei dem es, außer Geld, nicht viel zu verlieren gab, aber eine Menge zu gewinnen, wie sich am Ende herausstellte.

 

Bei Ankunft wurden wir von Kumochan sehr nett begrüßt und uns wurde auch gleich unser Zimmer gezeigt. Ehrlich gesagt ergriff mich ein Anflug von Fluchtinstinkt, als ich zum ersten Mal die Treppe hinauf ging. So ganz sicher war ich nicht, ob das alles tatsächlich „safe“ war und vieles war einfach noch in renovierungsbedürftigem Zustand. Interessanterweise habe ich die Mängel, den Dreck und die Spinnweben irgendwann nicht mehr gesehen. Das Haus hatte uns in seinen Bann gezogen.

 

 

Flugs wurde uns auch noch der Rest vom Haus gezeigt sowie der riesige Garten mit den Ställen und der Feuerstelle. Mit Fessleraugen wurden sofort jede Menge lauschige Plätze und Hängepunkte abgescannt und mit leuchtenden Augen und feuchtem Höschen kehrten wir ins Haus zurück. Dort lernten wir einen Teil unserer Mitbewohner kennen: Asalion und Askira, M jo B, Marie Edgar. Der deutsche Part war bereits komplett. Es fehlten nur noch die 3 Schweizer, die leider wegen verschiedener Staus erst am späten Abend ankamen.

 

Asalion hatte sich als Küchen- und Hausmeister angeboten und so wurden wir am ersten Abend mit einem leckeren Menü verwöhnt. Nach dem Essen wurde noch ein wenig gequatscht und trotz der langen Fahrt konnten die Schweizer die Hände nicht von den Seilen lassen. Und so zogen wir alle nach nebenan in die „gute Stube“. Was wir dort geboten bekamen, hatte ich so in dieser Form noch nicht gesehen. Zuerst fesselte Jade ihren Partner Seilfreund in einer sehr bestimmten, aber liebevollen Art und Weise. Dass sie dabei echte Gefühle auslöste, konnte man sowohl am Gesicht, als auch an der ausgebeulten Hose deutlich erkennen. Gestöhnt wurde auch reichlich, dass man ganz neidisch wurde. Es gab kein wirkliches Ende, denn nach dem Auspacken von Seilfreund, ergriff er sehr fließend die Macht und fesselte Jade mit einer Leidenschaft, die umwerfend war. Ich glaube, die 8 Zuschauer haben die beiden nicht mehr bemerkt, so versunken waren sie in ihrer Welt. Es war ein sehr eindrucksvolles und nachhaltiges Fesselerlebnis. Ich bewunderte die beiden um ihre Energie.

Gegen 2 Uhr waren wir dann auch endlich im Bett.

 

 

Montag:

Unser Zimmer war das Storchenzimmer, das seinen Namen erhalten hat, weil man vom Bett aus auf das Storchennest schauen konnte. Ausschlafen – ach, wie herrlich und einfach die Seele baumeln lassen können. Um das Frühstück kümmerte sich das Küchenteam: Marie,

M jo B, Askira und Asalion. Wir brauchten uns nur um uns selbst zu kümmern.

 

Nach dem Frühstück, zu dem nicht alle pünktlich erschienen, wurde die Tages- und Wochenplanung gemacht. Es wurde abgemacht, dass täglich ein anderer die Gruppenleitung für dieses Tagesmeeting übernimmt. Das hat auch prima geklappt. Als Wochenaufgabe wurde das Mobile auserkoren. Dafür gab es noch einiges zu planen und einzukaufen. Außerdem wollten sich verschiedene Fesselteams zusammen tun. Auch sportliche Aktivitäten standen für manche auf dem Plan. Grundsätzlich gab es aber freie Wahl bei der Teilnahme.

 

Munewari fesselte mich erst am Schaukelgestell und später noch einmal im Gefängnis. Die Gefängniszellen sind ideal zum Fesseln, da sie auch oben Gitterstäbe haben, an denen man Seile befestigen kann. Somit ist man nicht an einen Ring o.ä. gebunden, sondern hat wesentlich mehr Möglichkeiten.

 

Am Abend übten wir gemeinsam einen Futomomo zu binden, mit dem man an einem Bein hängen kann. Munewari zeigte ihn an mir und Jade (mit Marie), und Seilfreund (mit Askira) machten mit.

Seilfreund fesselte sich selbst einen Futomomo und hängte sich auch noch selbst an den Ring. Als er dann kopfüber hing, beschloss er, dass die Fesselung nicht besonders gut gelungen war und knüpfte hängend sich selbst noch das andere Bein zusammen, um sich damit hinzuhängen. Wohlgemerkt „unser“ Futomomo – der dauert lange! Anschließend machte er das Hängeseil des ersten Momos wieder raus und danach baumelte er noch fröhlich und die ganze Zeit mit uns quatschend an einem Bein herum. Unfassbar! Der Kerl ist einfach unfassbar!

                                                                                                                

Irgendwie wurde es wieder spät, aber das wurde es ja immer.        

 

 

Dienstag:

Leider musste sich Marie aus familiären Gründen verabschieden.

 

Jeden Morgen wurden wir mit Brötchen und Rühreiern und Speck verwöhnt. Mittags gab es meist eine Kleinigkeit und abends noch mal ein 3 Gänge Menü mit Salat, Hauptgang und Nachspeise.

 

Die Schweizer bauten 2 mitgebrachte Slacklines auf und vor allem Seilfreund und die Mädels haben ein bisschen geübt. Naja, Seilfreund konnte das schon ziemlich perfekt.

 

In der Halle übten wir die Kopfüber-Fesselung, die Munewari sich ausgedacht hatte und es klappte!

 

Nach dem Mittagessen beschlossen Seilfreund und Kumochan, dass sie mal versuchen wollten jeweils 2 Personen aneinander zu fesseln. Das Wetter war angenehm warm und so positionierten Jade und ich uns im Garten während Seilfreund uns aneinander fesselte. Wir genossen unsere Nähe und es war interessant, wie unser beider Atmung sich aneinander anpasste. Ein schönes Erlebnis.

 

Abends gab es noch Grillfleisch vom Lagerfeuer und M jo B wurde im Kimono und gefesselt auf dem Dachboden fotografiert. Sie sah hinreißend aus.

 

 

Mittwoch:

Wir gingen in den „Park“, in den Asalion freundlicherweise vorher einen Weg gemäht hatte und Munewari fesselte mich im Yokozuri an einen Baum. Es war so einsam dort, man hörte nur die Insekten summen und ab und zu einen Vogel. Wir hätten auch die einzigen Menschen auf der Welt sein können.

Danach habe ich ihn dann ebenfalls an einen Baum gefesselt, wenn auch nicht so kunstvoll.

 

Am Nachmittag habe ich M jo B auf der Wiese im Garten gefesselt. Es war ein schönes Erlebnis für uns beide. Auch wenn mir nicht alles so gut gelungen ist, wie ich es gerne gehabt hätte, so kann ich doch mit Stolz behaupten, dass sie es sehr genossen hat und partout aus dieser Seilumarmung nicht aufwachen wollte.

 

Abends wurde Lagerfeuer gemacht und gequatscht. Als ich schon ins Bett gehen wollte, sah ich Asalion im Fesseldress und ich schlich ihm hinterher. Er machte sich den Hängepunkt hinter der Verhörzelle zurecht und endlich sahen wir ihn fesseln. Er hatte natürlich Askira in den Seilen, die verzückt stöhnte und sich völlig ohne Körperspannung in den Seilen fallen ließ. Er hat eine Art zu fesseln, dass man die Leidenschaft auch bei ihm deutlich sehen kann. Ihn zu beobachten hat eine eigene Faszination.

 

Und es wurde wieder einmal spät. Ich glaube diesmal war es 3 Uhr.

 

 

Donnerstag:

Munewari und Seilfreund brachten gemeinsam im Garten an meinem Lieblingsplatz einen Hängepunkt an. Dabei nahm Munewari Seilfreund auf die Schultern, was beiden zusammen eine Arbeitshöhe von 4 Metern bescherte. Wir weihten diesen traumhaften Platz auch gleich ein und so durfte ich schon wieder fliegen. Leider war die Position so anstrengend, dass ich schnell wieder runter musste.

Später fesselte ich Munewari auch mal wieder im Yokozuri an demselben Punkt.

 

Am Nachmittag machten wir eine Gemeinschaftsaktion: Hände fesseln im Garten.

Dabei konnte ich die neuen Seile von Asalion ausprobieren. Erst klappte es ganz gut, doch dann versuchte Munewari die Finger herauszubekommen und schaffte es auch noch. Das hatte ich eigentlich verhindern wollen. Blöd: ein Teil der Fessel fiel in sich zusammen.

Danach wechselten wir die Rollen.

 

Die Seilwinde im großen Saal war endlich fertig. Zur Probe setzte ich mich in den Käfig und Munewari kurbelte mich samt Käfig hoch. Hielt prima. Nach 10 Minuten ließ er mich wieder runter.

Am Abend durften wir noch einmal Seilfreund und Jade bei ihren fantastischen Fesseleien beobachten. Diesmal hatte Jade Wachs dabei, das sie ihrem Partner auf den Körper träufelte. Es war wieder eine Augenweide, die beiden zu beobachten. Die Technik ist super simpel und nicht immer ganz sauber, aber dafür geben sie 200% Gefühl.

 

 

Freitag:

Die Männer haben die letzten Tage gebastelt, was das Zeug hält und nun war der große Tag: Das Mobile sollte stattfinden.

Zuerst wurde ein Stahlbalken gefesselt, an dem wir alle hängen sollen. Währenddessen wurden die 3 Frauen in Kimonos gekleidet. Askira kam in die Mitte, Jade und ich nach außen. Die Gewichtsverteilung hatten wir vorher ausgetestet. Schließlich sollte der Balken ja gerade hängen.

Ja, und dann ging es los. Askira und Asalion mussten sich auf die Liege stellen, denn der mittlere Punkt war von Anfang an sehr hoch. Und dann hingen wir alle 3 im Yokozuri an dem Balken. Die ganze Konstruktion wurde noch mal einen knappen Meter nach oben gezogen. Anschließend wurden wir gedreht und das ganze Teil drehte sich auch. Es war einfach sensationell. Ich hätte Stunden so weiter fliegen können. Ein Video dazu findet ihr in der Galerie.

So nach ca. 20 Minuten war der Spaß vorbei und wir wurden wieder runtergelassen. Noch schnell alle in Siegerpose geschmissen und wir konnten uns selbst auf die Schulter klopfen. Das Ding war der Wahnsinn.

Gesamtzeit: 3 Stunden.

 

M jo B, die sich eine ziemliche Erkältung eingefangen hatte,  ging es etwas besser und Munewari fesselte sie. Die beiden hatten viel Spaß und genossen es.

 

Gegen Abend kamen wir endlich doch noch mal dazu ein Fotoshooting mit Asalion zu machen. Munewari fesselte mich im Garten: Die Kopfüber-Nummer, die wir schon einmal im Saal ausprobiert hatten. Wir hatten richtig Glück, weil die Sonne gerade unterging und so hübsch durch die Bäume schien (Foto in der Galerie).

 

La Grande Finale:

Am letzten Abend sollte noch mal eine Fesselorgie stattfinden. 3 Paare machten mit. M jo B fühlte sich nicht fit genug und ich hatte nach der letzten Fesselung einen tauben kleinen Finger. Für diesen Tag war es genug.

Während die Fessler sich auf dem Boden ausbreiteten, schoben wir uns die Liege an die Bühne, bewaffneten uns mit Getränken, Chips und Kuchen und eröffneten die „Wichser-Lounge“.

Die 3 Paare fesselten nur bei Kerzenschein und bald waren wir in einer Welt aus Gefühlen, Stöhnen und peitschenden Seilen gefangen. Es war wunderschön diesen 6 Menschen ein Stück weit in die Seele schauen zu dürfen.

 

 

Danach gab es noch das Abendmahl mit Käfig auf dem Tisch. Alle hatten den Abend über Freshy geärgert, dass sie zum Essen in den Käfig muss und dann die Möhre für sie bereit ist. Sogar ein Kondom und Gleitmittel wurden bereitgestellt. Es hat mich nicht gewundert, dass sie gekniffen hat. Sie war den Tränen nahe und wollte gar nicht zum Essen kommen, weil sie solche Angst hatte. Aber Kumochan konnte sie beruhigen und sie musste natürlich nicht in den Käfig.

Da sich die Männer aber nun einmal die Mühe gemacht hatten, das schwere Ding auf den Tisch zu wuchten, beschlossen M jo B und ich kurzerhand, dass wir uns da rein setzten. Sie wurde erst nervös, als die inzwischen gummierte Möhre nach hinten wanderte. Aber passiert ist natürlich nichts. Zum Schluss saßen wir ganz entspannt im Käfig. Das war ein lustiger Abschluss.

Einige beschlossen noch durchzumachen, aber wir hatten genug und gingen ins Bett. Es war sowieso schon wieder 3 Uhr.

 

 

Samstag:

Letzter Tag. Nach dem Frühstück machten alle ihre Zimmer sauber. Die Schweizer wollten früh los, konnten sich aber nicht wirklich losreißen und kasperten lange rum, bis sie endlich nach einem langen Abschied ins Auto stiegen.

 

Askira wusch Wäsche wie eine Weltmeisterin und wir putzten und wuschen Geschirr ab, damit alles wieder für die nächsten Gäste ordentlich war.

Wir mussten ja nicht so früh los und deshalb ergriff Munewari noch einmal die Gelegenheit M jo B zu fesseln.

 

Doch dann wurde es auch für uns langsam Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Der Abschied war sehr herzlich und alle versprachen, sich wieder zu treffen.

 

 

Fazit:

Es war eine Woche voller Erlebnisse, die wir so nicht erwartet hätten. Eigentlich haben wir gar nichts erwartet. Das KuK Haus/Gelände ist eine eigene Welt. Wir haben es die ganze Woche über nicht einmal verlassen. Das war Entspannung pur. Den fehlenden Handy-Empfang habe ich genossen, genau so wie niemals auf die Uhr schauen zu müssen.

Von dieser Woche werden wir noch lange zehren. Außerdem hat sie unser Fesseln nachhaltig verändert. Das ominöse Kinbaku wurde sichtbar und wir machen uns auf den Weg.

    

     

 

BoundCon VIII

 

Die BoundCon 8 fand vom 13.5. - 15.5.2011 wieder in München im Zenith statt.

 

Die Aufteilung der Halle war genau so wie im vorherigen Jahr und die Stände waren auch mehr oder weniger die gleichen. Einige waren neu da, andere waren nicht gekommen.

 

Wir haben die Bound Con nur am Samstag besucht und konnten auch dieses Jahr wieder staunen. Na gut, es war nicht mehr alles so neu und der Blick hatte sich verändert. Haben wir doch selbst nun einiges an Erfahrungen sammeln können. Trotzdem gab es wieder eine Menge zu sehen und zu lernen.

 

Gerade die Shows waren sehr inspirierend. Was dort geboten wurde, war Weltklasse. Dieses Jahr hat uns besonders Claire Adams mit ihrem Rigger Damon Pierce begeistert, wobei sie den Rigger fast nur brauchte, um ihr eine Oberkörperfesselung anzubringen. Danach turnte sie mit einer Anmut in den Seilen, dass man denken konnte, sie habe keine Knochen im Leib. Die Frau ist dermaßen biegsam, da bleibt einem der Mund offen stehen. Und trotzdem Power und Pep und immer wunderschön. Bravo !

 

Auch dieses Mal haben wir nette Menschen kennen gelernt und lieb gewonnene Freunde wieder getroffen. Lediglich gefesselt haben wir nicht, weil es so viel zu sehen gab.

 

BoundCon VII

 

Unsere erste BoundCon fand vom 7.5. - 8.8.2010 in München im Zenith statt.

Es gab 2 Bühnen: 1 Hauptbühne für die Showacts und eine kleine Bühne am anderen Ende der Halle, auf der sich die Hobbyrigger der Szene präsentieren konnten.

 

Da wir noch ganz neu in der Szene waren, gab es viel zu sehen, zu staunen und zu entdecken. Die BoundCon ist nicht nur eine Messe für Fesselsüchtige, sondern auch für Fetischisten und SMer allgemein. Es gab alles rund um das Thema BDSM zu kaufen und auszuprobieren, z.B. Latexkleidung, Spielzeug, Schmuck, Möbel, Seile, Literatur, Kunst u.v.m.

 

Lediglich die Shows hatten ausschließlich das Thema Bondage. Wir waren völlig überwältigt von der Vielfalt der Darbietungen. Als Japan-Fans hat uns ganz besonders die Performance von Kinoko Hajime gefallen.

 

Auch auf der kleinen Bühne gab es immer wieder sehenswerte Performances, so dass man immer wieder von einem Ende der Halle zum anderen lief, um ja nichts zu verpassen.

 

Es gab auch einen Bondage Escape Contest. Jeweils 2 Mädels wurden getrennt gefesselt und mussten sich anschließend gegenseitig wieder befreien. Das Team, das am Schnellsten war, hatte gewonnen. Hier gab es gleich 2 interessante Aspekte zu bestaunen. Zum einen die Fesselkünste der Rigger und zum anderen die Geschicklichkeit von zweien zum Paket verschnürten Bunnys, die sich wieselflink aus diesen vielen Metern Seil herauswinden und -fummeln konnten.

 

Das Schönste für uns war aber auch, dass wir sehr interessante Menschen kennengelernt haben, die wir heute zu unseren Freunden zählen.